Neue Studie zur Games-Branche in Deutschland

16.01.2026

Von links nach rechts bei der Präsentation der Studie im Bundesforschungsministerium: Felix Falk, Geschäftsführer von game, Dorothee Bär, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, Juliane Müller, Geschäftsführerin von Goldmedia. Copyright: BMFTR/Hans-Joachim Rickel

Die neue Studie “Die Games-Branche in Deutschland 2025” belegt ein dynamisches Wachstum der deutschen Games‑Branche in den letzten Jahren. So lautet das Fazit des game – Verband der deutschen Games-Branche zur Studie, die gestern in Berlin vorgestellt wurde. Die Studie ist ein Projekt des game selbst. Ergebnisse, die den Forderungen eines Interessenverbandes entgegenlaufen, wären demnach wohl eine faustdicke Überraschung gewesen. Mitfinanziert wurde die Auswertung vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt, zuständig für die Computerspielförderung des Bundes.

Laut Studie ist die Anzahl der Games-Unternehmen in Deutschland im Kernmarkt (Entwickler & Publisher) zwischen 2018 und 2024 stark gewachsen – von 524 auf 948. Auch der Unternehmensumsatz habe im selben Zeitraum um 22 Prozent auf 3,73 Milliarden Euro zugenommen. Der Anteil deutscher Produktionen auf dem Heimatmarkt bleibt hingegen klein: Von 100 Euro, die in Deutschland für Games ausgegeben werden, bleiben lediglich 5,50 Euro bei deutschen Games-Unternehmen.
 
Uns bei Games-Career interessieren insbesondere die Entwicklungen am Arbeitsmarkt:
 
Der Studie nach nahm die Gesamtzahl der Mitarbeitenden im „erweiterten Kernmarkt“ zwischen 2018 und 2024 um rund 20 Prozent zu – von etwa 12.300 auf 14.800 Personen. Zum erweiterten Kernmarkt zählen Entwicklungs- und Publishing-Unternehmen sowie nicht weiter definierte „Games-bezogenen Dienstleistungen“. Mit Blick auf den Kernmarkt, also nur Developer und Publisher, zeichnet sich ein anderes Bild. Hier weist die Studie 12.400 Beschäftigte in 2024 aus. Dank der Jahresberichte des game-Verbandes liegen detaillierte Vergleichszahlen vor:
 
  • 2016: Beschäftigte im Kernmarkt: 12.839 (Jahres-Report 2019)
  • 2019: Beschäftigte im Kernmarkt: 10.487 (Jahres-Report 2020)
  • 2022: Beschäftigte im Kernmarkt: 11.242 (Jahres-Report 2022)
  • 2025: Beschäftigte im Kernmarkt: 12.134 (Jahres-Report 2025)
Fazit: Die Branche beschäftigt heute weniger Menschen als vor neun Jahren. 
 
Tatsächlich könnte die Lage noch ernster sein als skizziert. Auf Studioschließungen und Entlassungswellen der letzten Jahre geht die Studie nicht ein. Dass die zahlreichen Neugründungen von Studios (überwiegend Kleinstunternehmen) den großen Verlust an Arbeitsplätzen in etablierten Unternehmen kompensieren, sehen wir nicht. Denn keines dieser Start-ups hat es in den letzten Jahren auf mehr als 30 Beschäftigte gebracht. Nach eigenen Recherchen kommen wir auf aktuell rund 9.000 Beschäftigte im Kernmarkt. Zudem: Die Anzahl der offenen Jobs bleibt auf einem sehr niedrigen Niveau. Derzeit gehen wir von rund 300 Stellenangeboten bei Studios und Publishern aus. Es darf bezweifelt werden, dass die offenen Jobs den Stellenabbau durch Abwanderung, betriebsbedingte Enlassungen und weitere Studioschließungen ausgleichen. Entsprechend wäre es nicht verwunderlich, wenn die Anzahl der Beschäftigten auch in diesem Jahr weiter abnimmt. Hoffen wir auf eine baldige Trendwende!
 
Die vollständige Studie „Die Games-Branche in Deutschland 2025“ kann hier heruntergeladen werden: www.game.de/publikationen/die-games-branche-in-deutschland-2025 
 
Über die Studie „Die Games-Branche in Deutschland 2025“
Die Studie wurde von Goldmedia erstellt und als Projekt des game – Verband der deutschen Games-Branche durchgeführt. Sie wurde vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert, das im Mai 2025 die Zuständigkeit für das Thema Games auf Bundesebene übernommen hat. Zentraler Bestandteil der Studie ist eine Online-Befragung, an der 343 Unternehmen der Games-Branche in Deutschland zwischen dem 29. April und dem 15. Juni 2025 teilgenommen haben.

About the author

Achim
Achim
Achim Quinke ist Geschäftsführer der Kommunikationsagentur Quinke Networks und seit über 20 Jahren in der Games-Branche aktiv. Er betreibt das Karriere-Portal Games-Career (www.games-career.com).

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