Gastbeitrag von Sabine Hahn: „Enter the next level“ – dein Weg in die Spielewirtschaft Teil I

15.12.2015
Sabine_Hahn

Sabine Hahn ist Dozentin für Game Studies an der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft in Köln und der Universität Köln

Heute haben wir nicht selbst die Feder geschwungen – stattdessen haben wir Sabine Hahn, Dozentin an der Universität Köln und der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft in Köln, für einen Gastbeitrag gewinnen können. Vor ihrer akademischen Laufbahn war Sabine zehn Jahre in Sales & Marketing Positionen in verschiedenen Unternehmen der nationalen und internationalen Spieleindustrie tätig. Zudem bietet sie als selbständige Trainerin und Business Coach Workshops und Events im Bereich Führungskräfte Entwicklung. Im ersten Teil ihres Gastbeitrags schreibt Sabine über ihren eigenen Einstieg in die Spielebranche und ihre Leidenschaft für Games.

Anfang Dezember durfte ich unter dem gleichnamigen Titel einer sehr spannenden und großartig besetzten Podiumsdiskussion (organisiert von Nadia Zaboura von Creative NRW) auf der Next Level Conference in Dortmund beiwohnen. Die Hauptfrage die ich mir zur Vorbereitung auf die Veranstaltung bzw. auch auf dem Weg zu selbiger stellte war „ Was genau ist DIE Schlüsselqualifikation, die man zum Eintritt in die Games Industrie mitbringen muss?

Was befähigt junge Leute den Zugang zu dieser Kreativbranche zu schaffen? Welche Kompetenzen, welche Skills sind gefragt, welche Ausbildungen befähigen wirklich und welche sind im Zuge, der seit einigen Jahren rasch voranschreitenden Ausweitung und Differenzierung zumeist privater Aus- und Weiterbildungsangebote mit ausschließlich kommerziellen Interessen entstanden? Zu meiner persönlichen Überraschung wird diese Frage allzu oft – und in meinen Augen auch allzu leichtfertig – mit Aspekten wie Leidenschaft für Games, Interessen an Spielen oder auch profundem Fachwissen im Games Markt beantwortet.

Ich sehe das etwas anders, was eventuell daran liegen mag, dass ich all dies nicht vor meinem eher zufälligen Eintritt in die Games Branche hatte und dennoch rund zehn Jahre, nahezu eine Bilderbuchkarriere in der Games Industrie im In- und Ausland gemacht habe, mich dabei von der „Marketing Assistentin“ zum „Sales & Marketing Director Mobile“ bei EA entwickelte und für englische, südkoreanische und amerikanische Unternehmen mit einer Größe von 30 bis 7000 Angestellten weltweit gearbeitet habe. Eine Zeit im Übrigen, die mich persönlich wie fachlich enorm bereichert hat und von der ich keinen Monat missen möchte. Und ich bin der festen Überzeugung, dass ich als Quereinsteigerin keine Ausnahme war/ bin. (Vgl. hierzu auch das Buch von Sonja Ganguin & Ana Hoblitz – „High Score & High Heels – Berufsbiografien von Frauen in der Games Industrie“, 2014)

Doch was genau hat mich und andere (nicht-leidenschaftlich-zockende)Quereinsteiger dann für den Einstieg bzw. sogar eine Laufbahn in der Games Branche befähigt (mal davon ausgehend, dass es sich dabei um mehr als nur einen glücklichen Zufall gehandelt hat…)? Und gibt es wirklich so etwas wie „Schlüsselkompetenzen“ die ich mit gutem Gewissen und aus meiner subjektiven Erfahrung heraus denjenigen empfehlen kann, die von ihrem ersten Job in der Games Industrie träumen?! Auf Twitter wurde ich nach dem Panel auf der Next Level Conference wie folgt zitiert (und ich bin dankbar für diese kurze und knackige Formulierung die mir genau so präzise wahrscheinlich nicht über die Lippen gegangen ist …): „Leidenschaft ist Basic, aber alleine damit kommt man nicht weit, Zielstrebigkeit und Differenzierung sind wichtig.“ Und im Grunde ist meine Empfehlung mit diesen 120 Zeichen auch schon ausgesprochen. Fast zumindest. Für mich persönlich ist die Leidenschaft für Games – bzw. aber auch (wie in meinem Fall) die Leidenschaft für die Games Industrie, die Menschen die in ihr arbeiten, die Arbeitsatmosphäre, die Produkte, die Events etc. – in der Tat nur der erste Schritt. Eben ein „Basic“. Die Grundlage auf der andere „Bausteine“ bzw. auch Erfolgsfaktoren aufgebaut werden sollten. Grundsätzlich ist natürlich eine spezifische Ausbildung – und mittlerweile gibt es zum Glück eine sehr differenzierte Ausbildungslandschaft im Hinblick auf die Games Industrie im Gegensatz zu noch vor wenigen Jahren – wichtig. (Da ich mich mit diesem Aspekt in meinem nächsten Beitrag beschäftigen möchte, werde ich an dieser Stelle nicht weiter darauf eingehen.)

Neben weiteren Tipps zum Einstieg in die Games-Branche, berichtet Sabine im zweiten Teil ihres Beitrags auch von ihren persönlichen Erfahrungen.

Außerdem ist Sabine Hahn morgen, den 16.Dezember 2015, auf der Games & Ausbildung in Köln mit dem Vortrag „Games Studies in der Lehre – wie positioniert sich Köln im Vergleich?“ vertreten.

About the author

Sabine Hahn
Sabine Hahn
Sabine Hahn hat zunächst in Leipzig Kulturwissenschaften, Soziologie und Journalistik studiert und war anschließend 10 Jahre in Sales & Marketing Positionen in verschiedenen Unternehmen der Games Industrie im In- und Ausland tätig; zuletzt bei Electronic Arts in Köln. Seit Ende 2013 promoviert sie an der Universität Köln am Institut für Medienkultur und Theater zum Thema „Gender in Games & Gaming“ und ist zusätzlich als externe Dozentin an unterschiedlichen Universitäten und Fachhochschulen tätig. Zudem ist Sabine als selbständige Trainerin Business Coach im Bereich Führungskräfte Entwicklung tätig. Mit ihrem Background aus Praxiserfahrung und akademischer Expertise beteiligt sich Sabine gern an Fachkonferenzen und Veranstaltungen der Games Branche, wie z.B. Quo Vadis, Respawn, Next Level, Deutscher Entwicklerpreis Summit oder Berlin Games Forum.

3 Gedanken zu “Gastbeitrag von Sabine Hahn: „Enter the next level“ – dein Weg in die Spielewirtschaft Teil I

  1. Pingback: Dein Weg in die Spielewirtschaft -Teil 2 | Games-Career Blog

  2. Pingback: Game Studies - Gastbeitrag Sabine Hahn | Games-Career Blog

  3. Pingback: Diversity: „Moving Beyond Stereotypes“ | Games-Career Blog

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

*